Geschichte des Fernsehers

Von der Erfindung des Fernseher bis heute

Als Erfinder des Fernsehers gilt der Deutsche Paul Julius Gottlieb Nipkow. Geboren 1860 in Lauenburg in Pommern (heute Lebork in Polen), beschäftigte er sich schon zu seiner Schulzeit mit praktischen Experimenten der Telefonie und dem Gedanken an die mögliche Übertragung bewegter Bilder. 1882 ging er nach Berlin um an der Friedrich-Wilhelm-Universität Mathematik und Naturwissenschaften zu studieren, mit dem Ziel später Lehrer zu werden. Während des Studiums erfand er die nach ihm benannte spiralförmige Nipkow-Scheibe, die Bilder in Hell-Dunkel-Signale zerlegen und zusammensetzen konnte. Die Nipkow-Scheibe hat sich letzten Endes jedoch wegen ihrer geringen Lichtausbeute und den Problemen bei höheren Auflösungen nicht dauerhaft durchgesetzt.

Ferdinand Braun entwickelte 1897 die Kathodenstrahlröhre, die die Grundlage für die auch heute noch benutzten TV-Röhrengeräte darstellt. Die erste erfolgreiche Wiedergabe von Schwarz-Weiß-Bilder erfolgte 10 Jahre später. Die Weiterleitung bewegter Bilder nahm damit ihren Anfang. In den zwanziger Jahren entstanden in mehreren Ländern der Welt Weiterentwicklungen. So entwickelte beispielsweise der Schotte John Logie Baird einen "Televisor", der Fernsehbilder von Schallplatten (auf denen Bilder gespeichert waren) abspielen konnte. Baird war auch der erste dem es gelang farbige Fernsehbilder zu übertragen. Das erste vollelektrische Fernsehen wurde 1931 auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin von Manfred von Ardenne vorgestellt.

Trotz dieser schnellen Entwicklung war ein eigener Fernseher für den Privathaushalt damals äußerst selten. Die Technik steckte noch in den Kinderschuhen, es gab erst keine, später kaum Sender die ein Programm sendeten. Preislich waren die Geräte für den normalen Bürger unerschwinglich und für die meisten auch unnötig, da man Nachrichten durch Zeitungen und Radio erfuhr und das Kino als Quelle der Unterhaltung mit bewegten Bildern weitverbreitet war. Der Deutsche Einheits-Fernseh-Empfänger E1 wurde 1939 auf der Fernseh-Rundfunk-Ausstellung in Berlin vorgestellt und war für die Serienherstellung gedacht. Der Beginn des 2. Weltkrieges verhinderte jedoch die Weiterentwicklung dieser Pläne.

In der Nachkriegszeit etablierte sich der Fernseher dann auch in den privaten Haushalten langsam als Massenmedium. Die erste öffentliche Fernsehsendung in Deutschland wurde 1951 ausgestrahlt (vorherige Ausstrahlungen waren in der Regel Test- und Versuchsprogramme der Hersteller um die Funktionalität der Fernseher zu testen). Bereits ein Jahr später gab es in Deutschland bereits über 4000 TV-Geräte. 1954 begann die ARD mit dem Gemeinschaftsprogramm "deutsches Fernsehen". In den USA wurde im gleichen Jahr eine Norm fürs Farbfernsehen, der NTSC-Standard, entwickelt. In Europa dauerte es bis 1962, bis von Walter Bruch in Hannover der PAL-Standard, der dem NTSC-Standard leicht überlegen ist, entwickelt wurde. In Deutschland wurde das Farbfernsehen ab 1967 eingeführt und bis 1970 war das westdeutsche Programm vollständig auf Farbe umgestellt. Der erste Videorekorder wurde 1957 entwickelt. Damit wurde es erstmals möglich TV-Sendungen aufzunehmen und zu einem späteren Zeitpunkt anzusehen. Die Anzahl an Fernsehern stieg in dieser Zeit sprunghaft an. Während es 1955 bereits 100000 TV-Geräte gab, waren es zwei Jahre später bereits eine Million und 1964 bereits sieben Millionen (inzwischen gibt es in Deutschland über 55 Milionen Fernsehgeräte in privaten Haushalten).

Seitdem gab es noch einige Neuerungen was Fernseher betraf. Der Beginn von Satellitenübertragungen in den 60er Jahren, der die Liveübertragung von Ereignissen auf der ganzen Welt möglich machte, die Einführung des Privatfernsehens in Deutschland 1984, dass das Entstehen von heute nicht mehr wegzudenkenden Sendern wir RTL, Sat1 und Pro7 ermöglichte, und das Erscheinen von Flachbildschirmen mit der einhergehenden Verdrängung der alten Röhren-TV-Geräte seit der Jahrtausendwende. Keine dieser Entwicklungen hatte allerdings einen so tiefgreifenden Einfluss auf die Gesellschaft wie der Siegeszug des Fernsehers in den 50er und 60er Jahren.


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Zusammengestellt von Ulrich Glemnitz